Aktuelle Nr.

Aktuelle Ausgabe

Oktober Nr. 5 2017

Titelblatt Akzent Magazin Oktober Nr. 5 2017 Bäume

Inhalt

Schwerpunkt

  • Der Kornelkirschbaum im «Hortus Medicus»
  • Bäume retten
  • Ein Gespäch über Eiben und Eichen
  • Ein bäumiges Naherholungsgebiet
  • Buchsbaumwald Grenzach-Wyhlen:Katastrophe oder Wandel?

Feuilleton

  • Baumbilder
  • Der Baum in de Bilder vo der Faustina Iselin
  • Max Frisch: «Montauk»
  • Kultur-Tipps
     

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Sicher kennen Sie die Lebensweisheit vom alten Baum, den man nicht mehr verpflanzt. Alte Bäume sind nicht nur in Mythen und Erzählungen ein Sinnbild für Standfestigkeit und Grösse, für Gelassenheit und Würde, für die feste Verwurzelung in Grund und Boden. Vielleicht sind sie – jedenfalls in unseren Breitengraden – auch ein Sinnbild für das Wort Heimat. Da sie schon so lange, oft hundert Jahre und mehr, dastehen und unverzagt in den Himmel wachsen, ist ihr Ende oft radikal: Sie werden vom Blitz gespalten, vom Sturm zu Fall gebracht oder, wie einst Alexandra sang, «im frühen Morgenrot» von der Motorsäge gefällt.

Doch die Zeiten ändern sich – und damit etwas später wohl auch die Lebensweisheiten. Denn heutzutage werden selbst alte Bäume verpflanzt und zwar fast so schnell, wie wenn wir im Frühling auf dem Balkon den Thymian umtopfen. So widerlegt die Moderne in Gestalt der imposanten Rundspatenmaschine Optimal 3000 inzwischen auch das russische Sprichwort «Wenn du morgens einen Baum gepflanzt hast, darfst du nicht erwarten, dass er dir mittags schon Schatten gibt». Heute ist genau dies dank der Grossbaumverpflanzung möglich. Manuela Zeller ist in einem lesenswerten Beitrag dieser neuen Form der Baumrettung nachgegangen.

Bäume retten will auch Naturschützer Boris Krause. Er schlägt sich am Grenzacher Horn mit dem aus China importierten Buchsbaumzünsler herum, der seit zehn Jahren den einzigen Buchswald Deutschlands kahl frisst. Geduld und Toleranz heisst die Strategie des Experten, die nicht alle Bewohner von Grenzach-Wyhlen teilen.

Baumgeschichten gibt es viele in dieser Ausgabe des Akzent Magazins. So habe ich mich auf die Spuren von Caspar Bauhin und dem einzigartigen Kornelkirsch- baum Basels gemacht. Er steht seit über hundert Jahren am Rheinsprung, dort, wo der erste Anatomie- und Botanikprofessor Basels den ersten Botanischen Garten der Stadt, seinen «Hortus Medicus», angelegt hatte. Und mit dem Umweltfachmann Roland Lüthi war ich im Kannenfeldpark unterwegs, dem Arboretum der Region. Roger Thiriet hat die Langen Erlen durchstreift und viel Wissenswertes über das bäumige Naherholungsgebiet der Stadt Basel zusammengetragen.

Im Feuilleton philosophiert Andreas Schuler über den Stammbaum und seine Äste, Beat Trachsler stellt in seiner Baseldytsch-Kolumne Faustina Iselin und ihre Baumbilder vor und Werner Ryser hat schliesslich noch einmal zur Lektüre von Max Frischs «Montauk» gegriffen. Die Erzählung wurde kürzlich von Volker Schlöndorff neu verfilmt.

Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Christine Valentin